Mitarbeiterbrief
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mein Name ist Jana Rieber-Schmitz und zum zweiten Mal darf ich gemeinsam mit 18 engagierten Kolleg*innen als Listenführerin der Liste Frische Impulse antreten
Wir kommen aus der gesamten Stadtverwaltung und bilden eine gute Mischung aus erfahrenen Personalrät*innen und interessierten Kolleg*innen. Uns vereint der Wunsch, neue Themen voranzubringen und bestehende Missstände zu beheben. Die breite Aufstellung über die Geschäftsbereiche hinweg, ermöglicht es uns, nah an den Schwierigkeiten zu sein, die sich aus der täglichen praktischen Arbeit ergeben.
Wir stehen vor anspruchsvollen Aufgaben, denn die Personalkostenkonsolidierung hat gerade erst begonnen. Stellenstreichungen aber auch die vorrangige Nachbesetzung mit internem Personal sorgen bereits jetzt in einigen Bereichen für Arbeitsverdichtungen. Die Folgen sind spürbare Mehrbelastungen bis hin zur Überlastung, was perspektivisch zu krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führen kann. Über die Reduzierung von Aufgaben wird in den wenigsten Fällen nachgedacht, im besten Fall wird priorisiert. Der Druck und die Belastung für Sachbearbeiter*innen und Führungskräfte steigt.
Als weitere Folge stellen wir bereits jetzt fest, dass z. B. Teilzeitverträge ohne tariflichen Anspruch, abgelehnt werden, da die Ämter nicht wissen, wie sie ihre Aufgaben erledigt bekommen. Damit ist die so oft erwähnte Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der vom Oberbürgermeister zitierte „ermöglichende Arbeitgeber“ in Gefahr. Es ist aber unabdingbar, dass bei immer längerer Lebensarbeitszeit, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben ermöglicht und die Landeshauptstadt damit auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.
In Gefahr sehen wir auch die Bedingungen für einen konsequenten Arbeitsschutz. Weniger Geld bedeutet auch hier weniger Investitionen. Nicht nur, dass der Bau des Verwaltungszentrums II nicht wie geplant realisiert werden soll, es werden auch die Rufe nach einer Arbeitsplatzverdichtung in den bestehenden Objekten immer lauter. Der angestrebte Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,7 (d. h. 10 Beschäftigte teilen sich 7 Arbeitsplätze) ist bereits heute schon im Stadtforum nicht mehr gegeben und soll dann noch weiter aufgeweicht werden. Ob weitere geplante Sanierungen einem hohen Qualitätsstandard entsprechen werden, kann mit Blick auf die Lingnerallee bezweifelt werden. Dabei ist anzumerken, dass die Verantwortung dafür nicht bei den mit der Umsetzung betrauten Beschäftigten liegt, denn diese sind beauftragt, mit den knappen Ressourcen (finanziell wie personell) in bestmöglicher Weise zu verfahren.
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Einsatz von KI innerhalb der Stadtverwaltung. Hier befinden wir uns in einem sehr großen Spannungsfeld zwischen Arbeitserleichterung bzw. -vereinfachung durch die Nutzung von KI, den von der Dienststelle erhofften Konsolidierungseffekten durch Automatisierung von Aufgaben und der Tatsache, dass bereits unsere jetzigen IT-Systeme nicht immer zuverlässig zur Verfügung stehen. Auch diesem Thema wollen und müssen wir uns stellen.
Haben wir in den letzten Jahren Veränderungen erlebt, die uns in eine moderne und auch lebenswerte Verwaltung verwandeln sollten, heißt es nun, um bestehende Standards zu kämpfen.
Wir als Liste Frische Impulse! treten dafür ein, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zu einer leeren Worthülse wird. Wir treten dafür ein, dass wir alle funktionale, sichere und verlässliche Arbeitsbedingungen vorfinden, die uns gesund und motiviert arbeiten lassen. Wir treten ein, für einen wertschätzenden Umgang für die täglich geleistete Arbeit.
Dass Konsolidierung nicht ohne Einsparungen möglich ist, ergibt sich auch für uns. Aber gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Beschäftigte zu motivieren. Potenziale müssen erkannt und gefördert werden. Nur so können wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern. Wir streben Lösungen an, die nicht einzig und allein auf dem Rücken von uns Beschäftigten lasten.
Darum wählen Sie Liste 1 - Frische Impulse! Denn ein starker Personalrat braucht Ihre Stimme.
Mit besten Grüßen
Jana Rieber-Schmitz